Ein Scheisstag ist, wenn man trotzdem lacht

Nach meinem strahlenden Start gestern, folgte heute die Scheisse auf den Fuß. Naja, mir wurde einfach klar, dass ich auch an meinem 2.Tag in der Landwirtschaft noch nicht Alles kann, was nicht weiter traurig ist. Zum Beispiel: Bulldog fahren. Aber das war auch Bulldog fahren für Fortgeschrittene. Stellt Euch das so vor, wenn an einem einem Bulldog VORNE ein Anhänger RÜCKWÄRTS angehängt wird,… und dann soll man damit fahren können, ohne Pfosten umzumähen. (Stellt Euch das einfach möglichst kompliziert vor, danke! 🙂 Ist mir nicht geglückt, aber so ein Pfosten kann man ja Gott sei Dank ersetzen, und außerdem wirkte der eh nicht mehr soo neu. Leid tat’s mir trotzdem, denn ich würde ja gerne auf dem Hof helfen, und nicht erst weitere Arbeit schaffen.

Kurz: Heute war ein Tag, an dem auch Mist passierte. Aber solange mein Landwirt Max die GROSSE Geduld mit mir nicht ausgeht, und mich seine liebe Ehefrau Gretl freundlich vor dem Mittagessen darauf hinweist, dass ich noch Kuhscheisse im Gesicht habe, ist alles gut. Und was noch nicht gut ist, wird werden. Ich übe jedenfalls fleissig, mit dem Traktor, beim Melken (schade nur, dass man nicht mit dem Traktor melken kann),….

Herzlich,
Richeza

P.S.: Ich bin momentan internettechnisch noch ein wenig eingeschränkt. Werd‘ scho.

P.P.S.: Nein, ich bin nicht auf der Alm. Nein, ich bin nicht Sennerin. – Ich bin Landwirtsassistentin, oder so :-)….. Und jetzt bin ich gleich im Bett.

Wie soll das denn noch werden,….

…wenn ich an meinem ersten Tag in der Landwirtschaft schon all das machen durfte, was ich schon so lange machen will:

Respektive
– Bulldog fahren,
– Kühe von der Weide holen,
– Kühe melken….

Und weil das alles so spannend ist, und bisher alles passt, bis auf die Internetverbindung :), gehe ich jetzt glücklich schlafen.

Anna Achmatowa (*1889 Odessa, +1966 Moskau)

Die Frühlingsbrise zärtlich weht,
das Abendlicht ist gelblich trübe.
Du kommst wohl ein Jahrzehnt zu spät,
und dennoch bin ich froh darüber.

Setz dich ganz nah zu mir und schau
– beschwingt und ohne mich zu richten –
auf dieses Tagebuch in blau
mit meinen kindlichen Gedichten.

Vergib, zu lange habe ich
der Daseinsfreude mich enthalten.
Vergib, vergib, dass ich für dich
zu viele andere gehalten.

aus:“Ich lebe aus dem Mond, du aus der Sonne“, Liebesgedichte