Pflichtenheft

Am Dienstag hatte ich einen Lehrgang: Wie man ein Berichtsheft führt. Und über Unfallverhütung. – Wie schon der Inhalt erahnen lässt, war der eine Teil ein wenig spannender als der andere.

Aufgrund des ersten Teils habe ich aber auch realisiert, dass ich in den zurückliegenden Monaten Pflichten verletzt habe. Das nehme ich -meiner Vorbildung sei Dank :-)- nicht auf die leichte Schulter. Und zwar habe ich gegen meine Verschwiegenheitspflicht verstoßen indem ich hier manches Mal fröhlich bloggte und das Neuste vom Esstisch ausplauderte. Da will ich von nun an Acht geben, dass ich keine Betriebsinterna öffentlich kund tue. Zum Beispiel würde ich nie schreiben, dass Gretl fürchterlich kocht. Vor allem auch deshalb, weil Gretl in Wahrheit ganz zauberhaft kocht.

Allgemeines darf ich aber bloggen, finde ich. Was kein Geheimnis ist: Dass Max und Gretl gerade ein paar (wenige) Tage Urlaub machen und nicht da sind. Dass ich derweil mit Bene den Hof soweit am Laufen halte. Dass ich deshalb die Kälbchenpflege übernommen habe (sonst Gretls Domäne), was… *3x dürft ihr raten* Freude macht. Wir haben nämlich gegenwärtig richtig viele süße Kälber, nahezu in jeder Größe und jeden Geschlechts. Eine verantwortungsvolle Aufgabe, sich um den Nachwuchs zu kümmern, sag‘ ich immer :-).

Wenn ich gerade aber mal nicht an meine Pflichten denke, dann schaue ich immer wieder in verschiedene Himmelsrichtungen und frage mich, ob das alles eigentlich real ist. Denn ein Tag wie heute hat hier unbeschreiblich viele Stimmungen und Bilder. Ein schönes Bild war es, wie Bene, Nadja, David und ich die größeren Kälber von einer Weide in den Obstgarten äußerst effizient (und wohlgemut) umgetrieben haben. Stimmungen gaben daneben die Berge und der Himmel über den Tag verteilt her. Und wie ich abends so die Zugspitze in ganzer Fönklarheit vor mir sah, rechts daneben die abfallende Bergkette, darüber zurückhaltend von der Abendsonne angestrahlten kleinen Wolken, blauer Himmel dazwischen – da konnte ich nur eines denken:

„Wowwwwww….!“

In diesem Sinne, stets staunend und pflichtbewusst auch,
Richeza

Alptraum. Und andere Träume.

Es ist immer wieder traumhaft. Mein letztes Wochenende zum Beispiel. Da war ich in Ostwestfalen auf einer Hochzeitsfeier. Und direkt neben unserem kleinen Hotel war ein Viehzuchtbetrieb für schwarz-bunte Kühe, den ich in einem ruhigen Moment besichtigt habe. Und lauter nette Preußen waren da! Und Bulldogs sind vorbeigefahren. Es war wirklich schön.

Das ließ mich auch vergessen, dass ich noch am letzten Donnerstag einen ganz gemeinen Alptraum hatte. Denn christi-himmelfahrt-feiertagsbedingt „durfte“ ich am Donnerstagabend einfach nicht beim Melken helfen. Ich sollte mich ausruhen. Das ging nach hinten los. Denn deswegen wachte ich am nächsten Morgen um 5 Uhr schweissgebadet auf. Ich hatte geträumt, dass es mir unmöglich war, rechtzeitig zum Melken zurück zu sein (…stattdessen steckte ich in München bei irgendeiner U-Bahnstation fest an dessen Ausgang ein Straßenmusikant mit Gitarre Nirvana-Lieder sang *!horror* :)- Schon seltsam, was mein Unterbewusstsein so verwurstet… :-). Gott sei Dank durfte ich dann am Freitagmorgen nachdem sich mein Schreck vom Traum gelegt hatte wieder mitmelken.

Ansonsten geht es mir weiterhin gut. Traum und Wirklichkeit liegen in meinem Alltag derzeit oft nah beieinander. Ich bin gern hier. Und wenn ich nicht gerade irgendeiner Kuh hinterher laufe dann suche ich Alex, den Schülerpraktikanten, der für 3 Wochen bei uns Praktikum macht.

Uuuuuund: Bald gibt’s das erste Kälbchen!!! Ich werde mich bei Max dafür einsetzen, dass es zumindest mit Zweitnamen „Richeza“ heissen wird :-)……..