Das Verhältnis von Spannung und Schönheit*

* Ich find ja, meine Überschriften werden immer NOCH besser :-)…

Tag 4 war zwar nicht spannend.** Schön war er trotzdem.

** So ein Quatsch! Freilich war er spannend: Schließlich bin ich a) heute zum ersten Mal mit dem GROSSEN Traktor gefahren (wenn auch nur 10 Meter. Aber das war so vorgesehen und lässt keinerlei Rückschlüsse auf mein Fahrkönnen auf diesen 10 Metern zu). Außerdem hat Gretl heute erzählt, dass sie mit Patrick Süskind in die Schule ging, und der schon länger mal vorbeiradeln möchte. (Das Buch „Die Geschichte des Herrn Sommer“ hat mich seinerzeit ziemlich absorbiert) Ich werde den Sommer über also immer nach einsamen Radlern am Horizont Ausschau halten, und winken. Und c) hat Max heute einen sehr-super Scherz gemacht. Wollt Ihr den lesen? – Nee, wollt Ihr nich. Aber ich will’s schreiben. Und schließlich geht es hier mal ganz zentral um mich. Naja, eigentlich um Max sein Scherz 🙂

Also, es fing damit an, dass Bene, der Sohn von Max und Gretl, mittags feststellte, dass das ADAC Magazin mit jeder Ausgabe eine Seite mehr Werbung enthält. Das hat mich daran erinnert, dass das als Kind noch nicht so gewesen ist. Denn damals war das ADAC Magazin quasi meine Hauptinformationsquelle. Jedenfalls die Kinderseite darin. Und über die habe ich mal ein Fahrradschloss bei einem Gewinnspiel bekommen: Weil die ADAC-Mitglieder-Kinder Tipps gegen Fahrradklau einschicken konnten, und ich -damals altklug wie heute- dem ADAC völlig triviale Ratschläge erteilt habe, wie er seine Fahrräder gegen Fahrradklau schützen kann. Zum Beispiel, schrieb ich da, durch das Anketten des Velos an BÄUME. – Daraufhin meinte Max: Noch besser wäre gewesen, ich hätte geschrieben „…Bäume, die unter die Baumschutzverordnung fallen“. 🙂 Der Witz ist echt gut, für alle, die soweit kommen, ihn zu verstehen :). – Ich meinte darauf, ich hätte DAS damals nicht geschrieben, weil sonst der ADAC geglaubt hätte, mein Vati hätte mir bei den Tipps geholfen, und mir kein Fahrradschloss verliehen hätte.

In diesem Sinne, Ihr seht schon, alles im Grünen, in Oberbayern. Ob nun spannend, oder schön.

Mit globalen Küsschen***

***herrje, wie albern.

Richeza

–Feier machen = Pause machen—

Jaha, Nachmittag: Eine ungewöhnliche Zeit zum Bloggen. Der Grund: Wir hom gestern tagsüber a Feier g’macht. – Und wenn Ihr dabei auch automatisch zuerst an Kaffee und Kuchen denkt, dann geht es Euch wie mir. – Spätestens als Max meinte, er würde deswegen bei der Feuerwehr in Weilheim anrufen, war mir klar, dass es um ein „Feuer“ auf oberbayrisch ging, und wir nicht die Feuerwehrleute zum Kaffee und Kuchen einladen.

Wegen dem Feuer (ich weiß, grammatikalisch korrekt müßte es „wegen des“ heißen, aber da scheiss ich grad drauf, wo mich niemand korregieren kann 🙂 sitze ich jetzt jedoch in meinem Zimmer und schaue in regelmäßigen Abständen -also JETZT zum Beispiel- aus dem Fenster, um zu schauen, ob die Asche, die wir am Waldrand abgeladen haben, nicht weiter schwelt, und möglicherweise weiterbrennen kann. Denn das hat sie schon 2x getan. Und das erste Mal als wir’s entdeckten, saßen wir beim Mittagessen. Ich schaute glücklich aus dem Fenster und erschruk heftig über eine weisse Rauchwolke aus Richtung Wald. Nun haben wir versucht, die Asche noch weiter unter der Erde zu begraben. Max ist jetzt auf einem Präparate-Treffen der Demeter-Bauern (ich würde Euch gern erklären, was das ist, doch ich bin ja jetzt nicht dabei, weil ich die Asche supervise). Und ich komme so in den Genuss, a) aus dem Fenster zu schauen, wo gerade der Himmel aufklart, und ich zum ersten Mal erkenne, dass ich hier mit sehr schöner Aussicht gesegnet bin, und b), dass mein Zimmer schön ist, weil… wegen a).

Genung gebloggt. Ich will die freie Zeit schließlich auch noch dazu nutzen, Zeitung zu lesen. Denn was mal wirklich Hammer is‘: Ich bin hier OPTIMAL mit aktueller Tagesliteratur versorgt (SZ, Die Zeit, brandeins, um nur einige zu nennen). Dazu kommt, dass Gretl auch gern beim Essen erzählt, was sie im Radio gehört hat. Und: Sie hört die „richtigen“ Sendungen, denn was sie zu erzählen hat bildet.

In diesem Sinne, bis zum nächsten Mal,

herzlich,
Richi Huhn

P.S.: Welches Euter einer Kuh wäre „hinten links“ für Euch? — Antworten bitte, am besten mit Skizze/Lageplan an meine E-Mail-Adresse.
Unter den richtigen Einsendungen verlose ich ein unveröffentlichtes Bulldog-Bild von mir 🙂
[Kinder von Landwirten unter meinen Freunden sind von der Teilnahme selbstverständlich NICHT ausgeschlossen :-]

Ein Scheisstag ist, wenn man trotzdem lacht

Nach meinem strahlenden Start gestern, folgte heute die Scheisse auf den Fuß. Naja, mir wurde einfach klar, dass ich auch an meinem 2.Tag in der Landwirtschaft noch nicht Alles kann, was nicht weiter traurig ist. Zum Beispiel: Bulldog fahren. Aber das war auch Bulldog fahren für Fortgeschrittene. Stellt Euch das so vor, wenn an einem einem Bulldog VORNE ein Anhänger RÜCKWÄRTS angehängt wird,… und dann soll man damit fahren können, ohne Pfosten umzumähen. (Stellt Euch das einfach möglichst kompliziert vor, danke! 🙂 Ist mir nicht geglückt, aber so ein Pfosten kann man ja Gott sei Dank ersetzen, und außerdem wirkte der eh nicht mehr soo neu. Leid tat’s mir trotzdem, denn ich würde ja gerne auf dem Hof helfen, und nicht erst weitere Arbeit schaffen.

Kurz: Heute war ein Tag, an dem auch Mist passierte. Aber solange mein Landwirt Max die GROSSE Geduld mit mir nicht ausgeht, und mich seine liebe Ehefrau Gretl freundlich vor dem Mittagessen darauf hinweist, dass ich noch Kuhscheisse im Gesicht habe, ist alles gut. Und was noch nicht gut ist, wird werden. Ich übe jedenfalls fleissig, mit dem Traktor, beim Melken (schade nur, dass man nicht mit dem Traktor melken kann),….

Herzlich,
Richeza

P.S.: Ich bin momentan internettechnisch noch ein wenig eingeschränkt. Werd‘ scho.

P.P.S.: Nein, ich bin nicht auf der Alm. Nein, ich bin nicht Sennerin. – Ich bin Landwirtsassistentin, oder so :-)….. Und jetzt bin ich gleich im Bett.