Heu!

Ich blogge nicht mehr so viel wie am Anfang. Nicht, weil nichts passiert. Sondern weil mein neuer Alltag schon ein Stück weit zur angenehmen Normalität geworden ist. Und weil manchmal -so wie heute- abends nicht mehr viel geht.

Dabei gäbe es viel zu erzählen.

Gestern und heute haben wir Heu gemacht. Was mit viel Arbeit und Bulldog verbunden ist, hat mir Spass gemacht. Obwohl ich anfangs einen rechten Scheiss mit dem Bulldog zusammengefahren bin (…nein, unser Bulldog fährt noch nicht vollautomatisch von allein und ist daher auf die Intelligenz seines Fahres angewiesen) und ich nur über Max‘ Geduld staunen konnte.
Nach einem langen Tag mit Fahrtwind und Sonne um die Nase fühle ich mich heute Abend mit einem Wort: Sehr glücklich :-).

Und weil ich vom Bulldogfahren so aufgedreht war habe ich abends den Weiher im nächsten Dorf auf seine Badequalität geprüft. Passt! – Auch wenn ich das einzige schwimmende Objekt außer Fischen war.

Ansonsten so: Sascha, mein erstes Kälbchen, bei dessen Geburt ich dabei war, wurde gestern vom Viehhändler abgeholt. Weiterverkauft. Bullenmast. Jetzt muss ich meinen Mutterinstinkt auf die verbleibenden 3 Kälbchen konzentrieren. Zuvor habe ich erfolglos versucht, Saschas Leben zu verlängern indem ich ihn meinen Eltern für ihren Garten aufschwatzen wollte. So als Rasenmäher.  Naja, aber was wollen meine Eltern mit einem Haus(s)tier???

Was eine Geschichte für sich ist: Mein Besuch beim lokalen Johannifeuer (Sonnwendfeier) vor 2 Wochen. – Wenn ich jemals darüber nachgedacht habe in die CSU einzutreten, dann nach diesem Event. So begeistert war ich :-). Doch jetzt begeistert mich nur eins: Ich muss ins Bett…..*zzz*……..

Schlachtruf

Gestern kam hier neues Leben in Gestalt des Stier-Kalbs Sascha (so hab ich ihn genannt – mal sehen, ob’s sich durchsetzt 🙂 an. Heute kam der Schlächter. Also der Viehwagen vom Schlachthof. Er holte eine Kuh ab, die manchmal so schlecht gehen konnte, dass man sie fast auf die Weide tragen musste.

Das Beste am Viehwagen war sein Fahrer: Ein kleines, graubärtiges, plapperndes Männchen, unüberhörbar AUS MEINER GEGEND, nämlich dem „besseren Bayern“. (Zitat: Kleines, graubärtiges, plapperndes Männchen) 😛 – „So ein Schmarr’n“ würde nicht nur Max dazu sagen, sondern ich mittlerweile auch. Denn Oberbayern ist wirklich der Oberhammer. Es gefällt mir, immer noch.

Auf eigenen Beinen



Kälbchen ist da. Kam heute auf die Welt.

Viele Premieren waren damit verbunden:
Für diese Kuh war es die erste Geburt. Das heisst, dass die Kuh nach der Geburt auch zum ersten Mal gemolken wurde.
Für mich war es die erste Kälbchengeburt.

Und irgendwie war das sehr spannend. Aber nicht lustig.
Denn die Geburt war nicht einfach.

Und ich habe noch nie zuvor eine Kuh so daliegen sehen wie bei der Geburt, mit den Wehen, und so seltsam archaische Laute machen gehört.
Und ich habe noch nie ein Kälbchen gesehen (es ist ein Stier-Kalb, das wir wohl bald an einen Mastbetrieb verkaufen werden) wie es ganz feucht nach der Geburt zittert.

Alles scheint mit dem Kalb nicht in Ordnung zu sein denn es steht noch nicht auf eigenen Beinen. Was es eigentlich schon können sollte. Ich werde sehen und mir weiterhin Gedanken zu Nutztierhaltung machen. Es ist alles nicht so einfach, scheint mir. Bei den Menschen wie bei den Tieren. Das hat halt mal gar nix mit Ponyhof und Kuscheltierchen zu tun…

In diesem Sinne verabschiedet sich nach einem Tag voll einprägsamer Impressionen (….ahnt Ihr, wie es bei der Geburt eines Kalbs riecht? Keine Sorge: Nicht widerlich. – Aber doch sehr besonders. Ich bekomme den Geruch nicht aus der Nase.),

Richeza

Mama mit Kind