Zurück zur Kuh

käse

Seit einer Woche bin ich auf einem konventionellen Milchviehbetrieb im UNTERAllgäu – und froh darüber.
Den Ziegenhof habe ich nach einem Monat vorzeitig verlassen, weil ich in der Käserei versauert wäre… * Doch die Zeit ist wertvoll. Die Ausbildung zur Landwirtin liegt mir am Herzen und gibt mir unbeschreiblich viel. Mein neuer Betrieb ist fein. Wohltuend aufgeräumt und organisiert. Und mit einem Mal ist es plötzlich (wieder) ganz egal, wie viel Stunden man im Stall steht oder auf’m Acker fährt. Denn es zählt nur: Es ist gut.

Die Katze auf dem Sack
* Freilich war die Entscheidung, vorzeitig umzudenken und einen anderen Ausbildungsbetrieb zu finden  schwer. Rückwärts betrachtet war es die Chance, eine unglückliche Situation zu verbessern. Ich mag Chancen. 🙂

Dokumentationen meiner Kindheit

Letzte Woche war ich im Allgäu in meinem Dorf zu Besuch. Wer mich kennt, weiß, dass mein Dorf das beste Dorf ist. Zumindest für mich – in meiner Kindheit.

Und dieses Mal hat mich etwas besonders gefreut:
Ich durfte bei Heidi & Peter am späten Nachmittag im Stall fotografieren, wie Heidi die Kühe gemolken und Peter die Tiere versorgt hat.

Das war wichtig für mich:
Heidi & Peter sind die Eltern von meiner besten Freundin von damals aus dem Dorf, Sandra. Sandra wohnt noch immer in meinem Dorf und ist noch immer genauso nett.

Weil ich früher jeden Nachmittag -außer Sonntag- bei Sandra auf dem Bauernhof zum Spielen war, sind Heidi & Peter hauptsächlich für meine positive landwirtschaftliche Prägung verantwortlich.

Denn ihr Betrieb war mein liebster und spannendster Spielplatz.

In einigen Jahren gehen Heidi & Peter in Ruhestand. Dann wird es dort keine Anbindehaltung und überhaupt keine Milchkühe auf dem Bauernhof mehr geben.

Und wie ich völlig aufgedreht nach dem Fototermin im Stall nach Hause radelte, entdeckte ich auf der Wiese vor dem Alten Schulhaus die Bachbäuerin. Die Bachbäuerin! Ich habe sie schier ewig nicht gesehen. Ich wusste gar nicht mehr, wie es ihr geht.

Ich musste von meinem Radl abspringen und zu ihr hingehen, und mich mit ihr unterhalten.
Die Bachbäuerin hatte früher geschätzt 15 Milchkühe. Ich sah sie oft, wie sie die Kühe auf die 100 Meter entfernte Weide trieb.
Heute gibt es dort keine Kühe mehr.

Traktor Cabrio

Heute bin ich Traktor Cabrio gefahren.
Das ist, wenn ALLE Scheiben (Türen, Heck- und Frontscheibe) -aus unterschiedlichen Gründen- entfernt werden.

Toll!

Wirklich: Über mir Blau-Weiss in Sonne, unter mir gemähtes Gras, um mich herum Grün. Ich ahne, dass es wenige Dinge gibt, die dieses Gefühl übertreffen können :-).

Im Großen und Ganzen war der Tag also ziemlich bulldog. Gut.

Und als ich dann abends nach dem Stall mit dem Wasserfasserl angehängt (am Bulldog, is klar) um die Ecke bog und meine Augen auf die hohen Berge in der Ferne fielen, die in pastell aussahen wie frisch vom Zuckerbäcker….., da ahnte ich, dass es doch gar nicht so wenige Dinge gibt, die Bulldoggefühlen gleichkommen können.

In Deckung!

Mensch! Kühe! – Richezas ganz private Kuh-Studie: Ich finde, Kühe können manchmal ausschauen wie Hasen. Nämlich, wenn sie stramm dastehen und ihren Kopf samt Ohren und Hörner steif nach oben strecken.

Und manchmal sind sie wie Springmäuse. Offenbar. Das ist die Erkenntnis des heutigen Tages. Denn als wir mittags auf der Weide mit den „kleinen Kühen“, dem Jungvieh waren (…wo se in kindlichem Überschwang den Elektrozaun nieder gemäht hatten, den wir repariert haben), hat sich doch glatt ein Fräulein mir im Gehen von hinten genähert, und *zack*… so schnell konnte ich gar nicht schauen, hing mir eine Kuh am Rücken. Gott sei Dank fiel ich nicht um. Und konnte sie abschütteln. Max klärte mich auf, dass dieses Tier gerade rindert (So heisst die Periode, in der Kühe „läufig“ sind und sich in Hasen und Springmäuse verwandeln! :-).

Ich glaub, ich hab das Kleine defintiv im Stall die letzten Wochen ZU VIEL getätschelt. Das Viech hat sich dabei in mich verliebt und wollte ein Baby mit mir machen. Ich kann mir den Deckungsversuch nicht anders erklären.

Egal. Ich werde von nun an nicht mehr nur Zuckerbrot an die Süßen austeilen. Sondern auch Peitschenhiebe. Man muß wirklich wachsam sein. Auch als Kuhfreundin! 🙂

Ein Ort zum Abheben hier die Gegend: Samstagmorgen, auf meinem Weg zum Bahnhof.