Jahresabschlussbericht 2011

Das Ende naht. Das Ende von 2011. Ich mag diese Zeit am Jahresende. Sie gibt Gelegenheit, einige Dinge – völlig wahllos :-)- anzudenken und fertig zu schreiben. Und so bastele ich an dieser Stelle meinen persönlichen Jahresabschlussbericht und genieße die Ruhe vor der Stillen Nacht von Morgen:

Facebook
Ich bin vor einiger Zeit aus dem größten der sozialen Netzwerke ausgetreten. Aus Überzeugung. Warum? – Ich bevorzuge momentan kurze Antworten. Meine Antwort: Weil ich es nicht brauche. Weil es mich mehr genervt, als dass es mich erfreut hat. Weil früher -auch  bei facebook- alles besser war, weil mich die bloße Existenz eines unauschschaltbaren „Gefällt mir“-Buttons schließlich auf die Spitze der Palme trieb. Weil facebook meine Zeit raubt, samt meinen Daten. Weil es Suchtcharakter annahm. Weil ich mich unwohl fühlte, beim Gedanken, dass man schier „dabei sein muss“. Kein Opt-Out. Nun lebe ich ohne. Und bisher gut. Und ich glaube, ich habe immer noch Freunde. Stattdessen blogge ich weiter. Die Welt liest mit :-). Hier bei Blogger. Google. – Mmmmh,… mir scheint, ein jedes Sein wird von einem  Quäntchen Inkonsequenz begleitet, nein? Hauptsache, wir fühlen uns wohl.
Traum vs. Pläne
In 2011 habe ich einen Traum begraben. Den Fendt-Traum. Ja, den mit den Traktoren, den ich seit meiner Kindheit wohl behütet brütete. Denn nach dem Besuch der Agritechnica-Messe im Herbt sah es selbst ein blindes Huhn ein: Fendt braucht mich nicht. Zumindest wollen sie mich nicht. Uwe würden sie wohl wollen, „wir suchen immer Softwareentwickler… hier meine Visitenkarte“. Nach 3 Sekunden hatte Uwe so dieselbe Visitenkarte eines Fendt-Vertreters in der Hand, die mir höflichkeitshalber am Ende eines freundlichen -nichts weiter- Gesprächs  überreicht wurde. Und da es nicht mein erklärtes Ziel ist, eines Tages in ungläubige Kinderaugen zu blicken wenn ich erzähle „Wisst ihr, ich habe mich in meinem Leben genau 101x bei Fendt beworben…“, habe ich den Traum ad acta gelegt. Wie das ist mit enttäuschter Liebe: Ich bin momentan ein wenig beleidigt. Fendt, diese Diva (mit Rechtschreibschwäche)! Großartig in der Performance, mangelhaft im Betragen, pff.
Daher will ich nix mehr hören von wegen „Träume verwirklichen“. Lasst den Scheiß. Besser sind Pläne. Und einen Plan habe ich. Und dann gleich einen für 5 Jahre: Ich bleibe auf meinem Landwirtschafts-Lehrpfad. Dabei habe ich mir zunächst ein Beispiel an einer großen Persönlichkeit des Zeitgeschehens genommen. (Falls Wulff sich doch noch selbst in die Wüste schickt, wäre DAS mein nächster Kandidat für die Wahl des Bundespräsidenten. Schlicht unangreifbar, er da.) Klartext: Ich kümmere mich ab Januar erst einmal um Eier. Viele Eier. So viele wie ich möchte. Auf einem Bioland-Legehennen-Betrieb. Und dann, wenn 2014 kommt, plane ich, meiner Ausbildung das Sahnehäubchen aufzusetzen. Indem ich auf einem Bioland-Ziegenhof mit Käserei arbeite, und lerne, meinen eigenen Käse zu machen. Ist das nicht traumhaft? – Oh, sorry, ich wollte ja nicht mehr träumen. Zurück zum Plan. 
Es mir klar, dass diese Planverwirklichung nicht nur mit Spaß verbunden sein wird. Das Gegenteil. Warum dann das Ganze? – Wieder eine kurze Antwort: Weil ich will. Und weil ich eines nicht will: Aus Angst Dinge nicht tun, die ich tun will. Versteht Ihr? 
Unwort des Jahres
Erst dachte ich, es wäre „Scheiße“. Doch dann wurde doch noch das rasch dahin gesagte Wörtchen „schnell“ mein persönliches Unwort des Jahres. Ich habe die letzte Zeit fast eine Hyperklaustro… dings… phobie gegen das allgemeine Schnelltum entwickelt. „Ich muss noch schnell….“ – so fängt es an. Meine Kritik: Etwas noch „schnell tun zu müssen“ erzeugt Stress. Stress, der auf Dauer lediglich  dazu führt, dass man schneller am Ende ist. Ich bin mir sicher, dass schon Leute umgekommen sind, weil sie „nur noch schnell den Pfannkuchenteig rühren“ wollten, als sie gerade in der Badewanne lagen. Ich mein‘, ich schreibe diese Zeilen auch gerade in der Badewanne. Aber auf Papier, is‘ klar. Und nachher tippe ich sie ab. So entsteht Qualität. – So’n Schmarrn. In Wahrheit habe ich erst gebadet, in Ruhe, mit einem kleinen Gedichtbändchen in der Hand

(Mein Schatz des Abends, den ich in der Badewanne geborgen habe: 

NAH SCHWACH LIEB GROSS                 von Robert Gernhardt

Sind schon tröstlich: Nahe Hügel,
die den Horizont verstellen.
Geht der Blick ins Weite, Große,
meint das auch: ins Wesenlose. 

Sind schon dankbar: Schwache Augen,
die nicht soviel sehen müssen.
Schauten Meere, ferne Reiche,
suchen heut: das Immergleiche. 

Sind schon hilfreich: Liebe Sprüche,
die aus Scheiße Bonbon machen.
Ist der Mensch nicht mehr im Bilde,
bleibt ihn noch: die Altersmilde. 

Sind schon traurig: Große Worte,
welche den Verlust bemänteln.
Jenseits aller Höhenflüge
triumphiert: die Lebenslüge.)

und sitze nun im Trockenen, in Ruhe. Versteht mich nicht falsch: Ich bin Freund der zügigen und raschen Erledigung von Arbeitsvorhaben, trödeln ist doof, und wenn man Aussicht hat, eine verpasst geglaubte U-Bahn mit ein bisschen Rennen doch noch zu erreichen, dann sollte man mal kurz schnell machen. Aber, jeder, der mehr als 3x täglich „noch schnell müssen“-Sätze baut, ist in meinen Augen gesundheitlich gefährdet.
Das Wichtigste zum Schluß
Jetzt habe ich Euch wirklich genug Stoff zum Schnell-Lesen gegeben. Jetzt is‘ Zeit für das wirklich Wichtige: Und zwar würde ich mich freuen, Euch vor Ende 2012 wiederzusehen. Nicht den Einen oder Anderen. Nein, Alle! Nur so können nämlich Bilder für die nächste WeihnachtsWunschFotoKunstKarte (abgekürzt: WWFKK)  entstehen. Das wäre mir wichtig.

Gehabt Euch wohl, und wenn Ihr die Tage Zeit habt, nehmt Euch doch die Zeit, ins JSB-Weihnachtsoratorium reinzuhören :-).

Cheers,

Ricky The Chicken

WWFKK 2011:


Herzlichen Dank an Miss Lin & Meister Lao. 
Das HELLO KITTY Lebkuchenhaus Bastel Set hat mir noch gefehlt! Das habt Ihr jetzt davon.

Alptraum. Und andere Träume.

Es ist immer wieder traumhaft. Mein letztes Wochenende zum Beispiel. Da war ich in Ostwestfalen auf einer Hochzeitsfeier. Und direkt neben unserem kleinen Hotel war ein Viehzuchtbetrieb für schwarz-bunte Kühe, den ich in einem ruhigen Moment besichtigt habe. Und lauter nette Preußen waren da! Und Bulldogs sind vorbeigefahren. Es war wirklich schön.

Das ließ mich auch vergessen, dass ich noch am letzten Donnerstag einen ganz gemeinen Alptraum hatte. Denn christi-himmelfahrt-feiertagsbedingt „durfte“ ich am Donnerstagabend einfach nicht beim Melken helfen. Ich sollte mich ausruhen. Das ging nach hinten los. Denn deswegen wachte ich am nächsten Morgen um 5 Uhr schweissgebadet auf. Ich hatte geträumt, dass es mir unmöglich war, rechtzeitig zum Melken zurück zu sein (…stattdessen steckte ich in München bei irgendeiner U-Bahnstation fest an dessen Ausgang ein Straßenmusikant mit Gitarre Nirvana-Lieder sang *!horror* :)- Schon seltsam, was mein Unterbewusstsein so verwurstet… :-). Gott sei Dank durfte ich dann am Freitagmorgen nachdem sich mein Schreck vom Traum gelegt hatte wieder mitmelken.

Ansonsten geht es mir weiterhin gut. Traum und Wirklichkeit liegen in meinem Alltag derzeit oft nah beieinander. Ich bin gern hier. Und wenn ich nicht gerade irgendeiner Kuh hinterher laufe dann suche ich Alex, den Schülerpraktikanten, der für 3 Wochen bei uns Praktikum macht.

Uuuuuund: Bald gibt’s das erste Kälbchen!!! Ich werde mich bei Max dafür einsetzen, dass es zumindest mit Zweitnamen „Richeza“ heissen wird :-)……..