Jungvieh macht auch Mist

Heute so: Jungvieh einzeln (!) am Halfter auf eine kleine Weide in der Obstwiese gebracht. Also, Max hat sie gebracht. Weil so ein Jungvieh ist in Wirklichkeit eine ziemliche Wuchtbrumme. Und teils haben sich die Guten derart wild aufgeführt, dass ich nicht mehr wusste, wer Timo Stier (der hatte übrigens heute Morgen wieder einen neuen Deckversuch auf seiner Agenda) und wer eigentlich Jungvieh ist… Und nun sind die jungen Viecher draußen und schauen sich das erste Gewitter der Saison an, das in diesen Minuten vom Himmel fällt, verbunden mit Kübelregen.

Tagsüber war ansonsten eitel Sonnenschein: Wir haben eine neue Weide eingezäunt. Und morgens und abends immer schön regelmäßig die Stallarbeiten und Melken.

Und heute auch Unschönes gesehen. Blut. Als Max einigen von den Jungen die Hörner an den Spitzen absägte und -feilte. Das ist nötig um die allgemeine Verletzungsgefahr (hauptsächlich der Tiere untereinander) zu reduzieren. Normalerweise spürt ein Rind am Horn nichts. Nur wenn man ein wenig zu viel vom Horn vorne abschneidet, dann erwischt man einen Nerv. Und das Blut, das da floss -freilich nicht in Unmengen- hatte farblich einen starken  Eindruck auf mich gemacht. Es war unbeschreiblich dicht, tief rosen-rot. Nicht, dass Ihr denkt, ich sehe hier nur alles rosa-rot. Nein, nein.
(Mittags gab’s dann gutes Gulasch vom eigenen Rind. Auch wenn ich im Stall ständig Kühe und Kälber liebevoll auf den Kopf tätschle, schätze ich dieses Fleisch in Maßen weiterhin sehr auf meinem Teller. Es geht um die Haltung, finde ich.)

 Ich merke, dass mir dieses Feld -die Agrarwirtschaft- auch in Woche 3 noch Spass macht. Max meint: „Mal sehen, wie lange Du durchhälst :-)…