Pech mit den Sternen

Zeit für eine Weihnachtsgeschichte.

Nein. Keine Sorge. Ich will hier nicht über Prophezeiungen meines Horoskops schreiben, wie der Titel vermuten lässt. Wobei, hätte ich mal letzte Woche besser ein paar Groschen für ein ordentliches Horoskop ausgegeben, dann wäre ich am Ende zumindest gewarnt gewesen :). Im Nachhinein erkenne ich jedoch selbst die Zusammenhänge. Die Zusammenhängen zwischen den Sternen.

Es begann am letzten Freitag. Ich war zum jährlichen Plätzchen-Fremdbacken in der Küche eines Freundes. Die Zutaten für die Zimtsterne waren vom Feinsten. Mit dabei ein bewährtes Rezept. Doch hinter der Türe lauerte der Freestyle-Teufel, der mich vom rechten Weg abbrachte, indem er mir die fixe Idee ins Köpfchen pflanzte, dass es ganz großartig sei(n könnte), die Zuckermenge um die Hälfte zu reduzieren und stattdessen die Sterne mit ein wenig Amaretto-Likör zu meliorieren.
– Leute, glaubt mir: Das geht nicht gut. Am Ende saßen wir vor einem Häufchen Zimtsterne, die übelst klebten, weil der Eischnee-Überzug nicht so recht mitmachen wollte. Das Gleichgewicht war sicht-/spürbar gestört.

Was allein noch zu verkraften gewesen wäre (auch wenn mein Ruf als Zimtsternkönigin darunter leidet), war dann aber (fast) nicht mehr lustig. Das nächste Kapitel der Sternen-Story hatte nämlich wieder mit Der Bahn zu tun. Ich weiß nicht, woran es lag: ob daran, dass ich seit dem Weihnachtserlebnis mit Der Bahn vor einem Jahr nicht mehr ruhig in einem Zug sitzen kann, oder daran, dass mir von der kurvigen Bahnstreckenführung am Fichtelgebirge vorbei durchs Vogtland  zwischen Dresden und Nürnberg schon ganz schön übel war, ob daran, dass der Herr mir gegenüber sich die ganze Fahrt so laut die Nase putzte, dass ich keinen ruhigen Gedanken fassen konnte, ob daran, dass ich müde war, nach fröhlichen 24 Stunden mit zweien meiner Top30-Frauen in Dresden, einer zappeligen Party und anschließend dem Besuch eines ganz zauberhaften Kindergarten-Krippenspiels am Sonntagvormittag, oder ob es einfach meine Schusseligkeit war. Auf jeden Fall war ich Schuld.

Denn ich vergaß beim Aussteigen die bunte Papiertasche in der Gepäckablage über meinem Kopf, den ich in diesem Moment sonstwo hatte. Und diesen Verlust bemerkte ich zehn Minuten später, als ich im anderen Zug saß und der losgefahren war. Lange Rede, kein Sinn: Ich rannte zum Zugbegleiter, der sehr nett war, und mir helfen wollte. (Ein klein wenig Bahn-Kritik darf an dieser Stelle aber doch sein: Denn was am Anfang alles sehr vernünftig klang, um meine Tasche aufzufinden, verlief sich spätestens am ServicePoint in München wieder im Doof: „(…) Könnten Sie vielleicht den Zugbegleiter des Zugs, in dem ich die Tasche vergessen habe und der wieder zurück nach Dresden fährt, versuchen anzufunken, um zu fragen, ob die Tasche gefunden wurde?“- „Nein, das geht nicht. Das kann nur die Stelle für Fundsachen.“ – „Kann ich diese Stelle denn jetzt kontaktieren?“ – „Nein, die ist erst wieder morgen früh ab 7:30 besetzt.“ – „Aber, aber….. dann fährt der Zug doch nicht mehr zurück nach Dresden……. :(…“)

Nun stehe ich ohne Papiertasche da. Meine einzige Hoffnung ist, dass der Finder sie gut gebrauchen kann, die zwei Herrnhuter Sterne in gelb und in weiss zusammenbastelt, das Kabel und die beiliegende Glühbirne montiert, und… sich am Ende ein Kind über den neuen, leuchtenden Stern freut.

Dumm ist nur, dass ich die beiden Sterne nicht verschenken kann. Wie geplant.* **


* Das ist jetzt eine Stelle – finde ich -, an der ich eine riesen Runde Mitleid für Richy einheimsen  könnte. Nein? – Alternativ tun’s auch Kuchenspenden :).

** So ärgerlich das ist, so schön waren die Stunden davor in Dräsd’n. Vielleicht war das einfach nur die Rechnung des Himmels dafür??? Wenn’s so ist, dann kann ich’s akzeptieren :).